Münster greit ein! | Warum? | Spenden/Opferperspektive e.V. | Impressum

Dr. Agnes Klein,
Stadträtin
Leonard Lansink,
Schauspieler
Winni Nachtwei,
B90 / Die Grünen, MdB
Ruprecht Polenz,
CDU, MdB
Christoph Strässer,
SPD, MdB

Am 18. Februar 2006 haben Bürgerinnen und Bürger in Münster eindrucksvoll bewiesen, warum Rechtsradikale in unserer Stadt keine Chance haben. Denn über alle politischen Grenzen hinweg haben wir uns gemeinsam dagegen gewehrt, dass die Stadt des Westfälischen Friedens zu einem Ort der politischen Unkultur und zur Bühne eines rechtsextremen Auftritts wird. Zu unserem politischen Konsens gehört, dass Rechtsextremismus und rassistisch motivierte Gewalt das politische und soziale Zusammenleben in unserer Stadt zerstören – wir empfinden das als Bedrohung für die Zukunft unserer Stadt.

In Münster haben Menschen aus mehr als 100 Nationen ihre Heimat gefunden oder wohnen in Münster aus beruflichen Gründen, wegen ihrer Ausbildung oder wegen politischer Verfolgung in ihrer Heimat. Wir wissen, dass Münster nur dann als Ziel von vielen 100.000 Touristen im Jahr attraktiv bleibt, wenn wir weltoffen jeder Form von nationalistischer Verblendung und rassistischer Gewalt entgegentreten. Wir empfinden das Zusammenleben mit Menschen anderer Kulturen und Nationen als eine Bereicherung unseres politischen, kulturellen und sozialen Lebens. Dieses Zusammenleben zu sichern und zu gestalten, sehen wir als eine Herausforderung, der wir uns täglich stellen müssen und werden. Über unseren kommunalen Raum hinaus sehen wir darin aber auch eine grundlegende Herausforderung in einer Welt, die täglich mehr zusammenwächst und in der Menschen aller Nationen und Kulturen immer mehr aufeinander angewiesen sind.

Rechtsextremismus und rassistische Gewalt sind daher für uns Herausforderungen, der wir in Zukunft in Münster hoffentlich nicht täglich widerstehen müssen. Wir wissen allerdings, dass es in Deutschland Regionen gibt, wo solche Herausforderungen leider an der Tagesordnung sind und Menschen anderer Hautfarbe, mit einem anderen Aussehen oder einer anderen Sprache Opfer rechtsradikaler und rassistischer Gewalt werden.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses Aufrufs haben sich deshalb entschlossen, nicht nur politisch zu widerstehen, sondern zu praktischer Solidarität und finanzieller Unterstützung für Opfer rechtsradikaler Gewalt in Brandenburg aufzurufen.

Denn in den vergangenen Jahren haben Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedene Institutionen im Land Brandenburg große Anstrengungen unternommen, um die Gefahren des Rechtsextremismus und Rassismus zu bannen. Trotz ermutigenden Engagements und erreichter Verbesserungen konnte die rechte Gewalt nicht grundsätzlich eingedämmt werden. Immer noch werden Asylbewerber und Aussiedler, alternative Jugendliche und Obdachlose gejagt, geschlagen und gequält.

Manche Opfer tragen schwere Verletzungen davon. Viele verlieren ihr psychisches Gleichgewicht. Oft ist für die Opfer eine fachärztliche und psychotherapeutische Behandlung erforderlich. Es entstehen Kosten für die ärztliche Behandlung, für Anwälte und Dolmetscher. Bei vielen Flüchtlingen erschwert sich die Bewältigung der Folgen rassistischer Angriffe durch ungesicherte oder fehlende Aufenthaltstitel.

Um diesen Menschen zu helfen, hat sich im Jahr 1998 der Verein OPFERPERSPEKTIVE gegründet. Er unterstützt Opfer rechter Gewalt bei der Bewältigung der Folgen eines Angriffs und will ihren Interessen in Gesellschaft und Politik Geltung verschaffen. Zunächst ehrenamtlich, getragen durch persönliches Engagement und Spenden, entstand die erste Beratungsstelle für die Opfer rechter Gewalt in Deutschland in Potsdam. Aus der Initiative ist heute eine Menschenrechtsorganisation mit sieben hauptamtlichen Mitarbeitern geworden. Sie haben sich inzwischen umfassende Fachkenntnisse angeeignet, um den Opfern rechter Gewalt mit Engagement zur Seite stehen zu können. Nur dank der finanziellen Hilfe Dritter ist diese Arbeit möglich.

Wir bitten Sie deshalb, die Arbeit der OPFERPERSPEKTIVE einmal oder regelmäßig mit einer Spende zu fördern. Sie leisten damit einen wirkungsvollen Beitrag, um den Opfern rechter Gewalt medizinische, psychologische, soziale, rechtliche und politische Unterstützung zu geben.

Jede Spende ist willkommen – sie hilft unmittelbar den Menschen, die Gewalt erlitten haben und setzt ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit.