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Interview mit Herrn Georg Hundt, Geschäftsführer der Radstation Münster, vom 17.05.2006 über sein Engagement zur Initiative „Opferperspektive“.
Wie hat sich der Kontakt und das Interesse zum Verein „Opferperspektive“ entwickelt?
Rechtsradikale Gewalt, insbesondere in den neuen Bundesländern, gibt es schon seit einigen Jahren. Wir hier „im Westen“ werden allerdings immer wieder bei besonderen Negativereignissen daran erinnert. Wenn das Medieninteresse nachlässt, geraten die Ereignisse schnell wieder in Vergessenheit und damit auch die Opfer. Nach einigem Suchen bin ich auf den Verein „Opferperspektive“ gestoßen, der sich um die Opfer kümmert. Eine verdienstvolle Aufgabe, die ich unterstützen möchte.
Wann und warum haben Sie sich entschlossen, den Verein zu unterstützen?
Anlässlich meines 50. Geburtstages sollte ich immer wieder die selbe Frage beantworten: Was sollen wir dir schenken?“ Anstelle von Geburtstagsgeschenken habe ich dann Geld gesammelt mit der Absicht, Initiativen gegen die rechtsradikale Gewalt im Osten Deutschlands zu unterstützen. Den Verein „Opferperspektive“ habe ich erst im Anschluss an die Veranstaltung kennengelernt.
Woher kommt Ihrer Meinung nach die Bereitschaft zu Gewalt und Intoleranz?
Wo soziale Not herrscht und eine persönliche Perspektive fehlt, haben einfache Lösungen und Sündenbocktheorien immer einen guten Nährboden. Daraus saugen rechtsradikale Strömungen und Organisationen immer und nicht nur in Deutschland Honig. Hinzu kommt, dass besonders in den neuen Bundesländern Zivilcourage und zivilgesellschaftliche Strukturen viel weniger vorhanden sind als im Westen Deutschlands.
Wen möchten Sie mit Ihrem Engagement ansprechen?
Ansprechen für eine Spende Opfer rechtsradikaler Gewalt möchte ich möglichst viele.
Jede Spende, ob 5 Euro oder 50 Euro ist willkommen. Hier ist Spendengeld unmittelbare Hilfe für Menschen, die ohne jegliches Verschulden in Not geraten sind.
Was können die Einwohner Münsters gegen Rechtsextremismus und rassistisch motivierte Gewalt tun?
Politisches Engagement und Wachsamkeit gegenüber allen Versuchen, Sündenböcke aufzubauen, ist immer mühselig. In diesem speziellen Fall geht es aber um menschliche Solidarität: jede Spende als persönlicher Beitrag, um entstandenen Schaden zu mildern und individuelle Not zu lindern.
Was wünschen Sie sich hinsichtlich gesellschaftlicher Solidarität und Toleranz für die Zukunft?
Es muss uns allen klar sein, dass es in der so genannten globalisierten Welt fast keine außerordentlichen innenpolitischen Probleme mehr gibt. Gesellschaftliche Not oder soziale Unterschiede in einer Region oder in einem Land können sich sehr schnell auf andere Länder oder Regionen ausweiten. „Ausländer raus“ ist als Forderung sinnlos, da es weltweit keine Ausländer mehr gibt! Das müssen wir alle lernen und zum Maßstab gesellschaftlicher Solidarität und Toleranz machen!
Mittelbrandenburgische
Sparkasse Potsdam
Spendenkonto 350 202 3041
Stichwort „Münster-greift-ein“
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